Moskau

Nach einer viel zu schnell verflogenen Nacht im Zug kommen wir in Moskau ohne Plan und mit schönen Erinnerungen an die vergangenen Tage an.

Ankunft am Bahnhof in Moskau

Sogleich begeben wir uns zum Bahnhofs-Burger King, um uns mit W-Lan und Kaffee zu versorgen. Mein erster Bestellversuch auf Englisch gestaltet sich schwierig bis unmöglich, und schon bald muss ich mir eingestehen, dass Jakob und ich ohne Nicis Dolmetschunterstützung nicht überlebensfähig sind.

Endlich gestärkt, machen wir uns mit der U-Bahn zu unserem Hostel auf. Das U-Bahn-Netz ist groß und die Rolltreppen endlos! Die alten Stationen sind meistens schummrig und indirekt beleuchtet und oft mit detailverliebten Malereien versehen.

U-Bahn Station Mayakovskaya

Nach einem kurzen Check-In im Hostel treibt uns der Hunger in ein allseits präsentes russisches Fast-Food-Restaurant, wo wir Krietschka (Buchweizen, der in Russland zu jeder Tageszeit auf dem Speiseplan steht), gefüllte Blinis (vergleichbar mit Palatschinken) und natürlich Borschtsch (Suppe aus Roter Rübe und anderem Gemüse) zu uns nehmen. Außerdem lernt mir Nici den wichtigsten russischen Satz der Welt: “Ja ljublju krietschku“ (“Ich liebe Buchweizen“)!

Eine weitere russische Köstlichkeit lernen wir ein wenig später kennen: Smetana, eine Sauce, die uns an Sauerrahm erinnert, aber noch besser schmeckt und viel cremiger ist. Ausserdem finden wir in fast jedem Gericht Unmengen an Dill. Sogar auf mancher Pizza! Zu unserer Freude werden auch Kartoffeln in allen Variationen gerne gegessen. Wir sind im Paradies!

Buchweizen mit Kraut, Blini gefüllt mit Käse und Pilzen, Borschtsch

Später erkunden wir zu Fuß die Umgebung und landen unbeabsichtigt mitten im Zentrum, das uns sehr an den ersten Bezirk Wiens erinnert. Ein Gefühl von Weihnachten im Sommer gibt uns eine mit winterlicher Beleuchtung ausgestattete Einkaufsstraße.

Einkaufsstraße mit winterlicher Beleuchung

Wir lassen uns noch ein bisschen treiben und beenden den Tag mit Pizza und Bier.

***

Der nächste Morgen beginnt mit russischen Köstlichkeiten (Buchweizen, dazu mit Kraut gefüllte Brötchen) und großen Sightseeing-Plänen – und führt uns letztendlich ins großartige moskauer Freiluft-Zugmuseum.

Wir lieben Züge!
Train-Crane!!
so much fun

Auf weitere Sehenswürdigkeiten verzichten wir dann doch für heute. Außerdem muss noch Wäsche gewaschen werden.

Am Heimweg wollen wir noch einen schnellen Kaffee trinken, unser Schicksal hat aber andere Pläne. So landen wir stattdessen in einer Cider-Bar und ordern sogleich eine große Flasche des goldenen Saftes. Schließlich hat Jakob soeben erfahren, dass seine Abschlussarbeit benotet und sein Studium vorbei ist. Als wir gerade unsere Gläser füllen, stellt uns der Kellner völlig unverhofft und kommentarlos eine große Flasche Cider auf den Tisch. Wir blicken uns um. Auch auf den Nebentisch, an dem zwei junge Frauen sitzen, wird eine Flasche platziert. Als Reaktion auf unsere fragenden Blicke deutet der Kellner auf einen angetrunkenen Mann, der in voller Radlermontur mit seinem Sportgerät im Gastgarten des Lokals steht. Er kommt kurz an unseren Tisch, trinkt in einem Zug im Stehen und ohne viel zu kommunizieren ein Glas seines gesponserten Getränks mit uns, wiederholt dies am Nebentisch, schwingt sich auf sein Fahrrad und verschwindet wieder aus dem Lokal. Wir bleiben verwundert zurück und Jakob und Nici akzeptieren ihr Schicksal und trinken (ich kann Cider nicht ausstehen).

so much cider

Am Abend nehmen wir ein selbstgekochtes Buchweizenabendessen ein, trinken Gin Tonics (Jakob konnte im Supermarkt den einzigen Gin unter tausenden Vodkaflaschen finden!) und sind glücklich.

Buchweizen, Gurke mit Dill, Tomatensauce, Smetana

***

Nach einem ausgiebigen Buchweizen-Frühstück müssen wir uns erst mal im Hostel erholen. Und weil wir doch noch gute Tourist*innen sind, schaffen wir es schließlich sogar zu folgenden Touri-Hotspots: Kreml (von außen), Roter Platz, Basilius Kathedrale (von innen, war aber Zeit-und Geldverschwendung, weil sich darin das langweilgste Museum der Welt befindet), Tolstoi Statue,
Patriarchenteiche (leichte Enttäuschung meinerseits – es war nur 1 Teich).

wir mit Basilius Kathedrale
Roter Platz

Später decken wir uns noch mit reichlich Proviant, Feuchttüchern und Desinfektionsgel ein, denn morgen beginnt unsere erste zweieinhalbtägige Transsib-Fahrt!

Unser Abendbier haben wir uns heute redlich verdient.

Abendbier im Hostel
Proviantkauf
Gleich gehts los!

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