Mongolei: Ulaanbaatar

Ulaanbaatar ist laut, überraschend modern, etwas chaotisch und ziemlich versmogt – wir sind trotzdem positiv überrascht vom Charme der mongolischen Hauptstadt.

Kräne und Hochhäuser dominieren das Stadtbild im Zentrum, und am Rande der Stadt wachsen die mongolischen Yurten (sogenannte Gers, eigentlich die Behausung der nomadischen Bevölkerung) und kleine und größere Gebäude bis in die Steppe hinein.

Stadtbild im Zentrum mit Kränen und Hochhäusern
Kranspiegelung
Gebäude

Die Mongolei ist ein Land der Rekorde: mit ihren ca. drei Millionen Einwohner*innen auf über 1,5 Millionen Quadratkilometern ist sie der am dünnsten besiedelte Staat der Welt.  Ulaanbaatar, in der mehr als 40% der Bevölkerung lebt, ist die kälteste Hauptstadt der Welt (im Winter hat es hier durchschnittlich -17 bis -21°C).  Die Mongolei zählt außerdem zu den zehn bodenschatzreichsten Ländern, und ihre Küche gilt als die fleischlastigste überhaupt.

In Ulaanbaatar findet man Cafés und Restaurants für jeden Geschmack. Selbst das Angebot an veganen und vegetarischen Lokalen ist beachtlich, wenn man bedenkt, wie viel Fleisch in der Mongolei normalerweise gegessen wird. Einkaufszentren und Supermärkte bieten unzhählige heimische und importierte Produkte. Sogar zwei halbwegs gut sortierte Outdoorshops finden wir.

im Shoppingcenter

Die Straßen sind vollgestopft mit Autos, Bussen und Motorrädern, alles hupt und lärmt, Stau zu fast jeder Tageszeit. Straßenbahnen oder eine U-Bahn gibt es nicht. Viele Menschen tragen Atemmasken, um sich vor den Abgasen zu schützen.

Immer wieder kommen wir an parkenden Autos vorbei, deren Kofferräume zu charmanten kleinen Gemüse- oder Obstständen umfunktioniert wurden.

Wir lassen uns durch die Straßen treiben. Zum ersten Mal seit langem hilft uns auch Nicis Russisch nicht mehr weiter. Da kommt uns gerade zur rechten Zeit der Zufall zu Hilfe. Wir finden das großartige Café Austria. Dort speisen wir vorzügliche österrreichische Gerichte (wie Knödel mit Ei & Kartoffelsalat) und fühlen uns fast wie zu Hause.

Später kommen wir mit Fritz, dem Besitzer des Cafés, ins Gespräch. Fritz erzählt uns, dass er vor Jahren aufgrund einer Anzeige in der Kronen Zeitung hierhergekommen ist. Darin hieß es, dass ein Kellner für ein österreichisches Lokal in Ulaanbaatar gesucht wird, und kurzerhand packte er seine Sachen und verließ seine niederösterreichische Heimat. Mittlerweile hat er das Lokal übernommen und betreibt es zusammen mit seiner mongolischen Frau.

Kaiserschmarren im Café Austria

Als wir aus dem Lokal hinaustreten, ist es bereits finster und es regnet leicht. Die Atmosphäre ist wunderschön, man kann wieder durchatmen, der Verkehr hat sich beruhigt, die Lichter der Stadt sind bunt und klar.

***

Ein Ort, an dem man wirklich alles bekommt, ist der sogenannte Black Market, bzw. Naran Tuul, wie er offiziell heißt. Angeblich wimmelt es dort von Taschendieben, wir werden im Vorfeld gewarnt, dass wir sehr vorsichtig sein und keine Wertgegenstände mitnehmen sollen. Dort angekommen, bekommen wir aber zum Glück nichts dergleichen mit. Lustig anzusehen sind die Tourist*innen, die sofort aus der Menge herausstechen, da sie ihre Rucksäcke am Bauch statt am Rücken tragen (wir eingeschlossen). Die Einheimischen scheinen sich um solche Sicherheitsmaßnahmen nicht zu kümmern. Wir kommen an den verschiedensten Abteilungen vorbei: Bau- und Heimwerksbedarf, Tierzubehör, Outdoor, Kleidung, Schuhe, Schmuck, Schreibartikel, Dekoration, Kinderspielzeug, Möbel,… Der Markt ist riesig und wir geben erschöpft auf, noch bevor wir annähernd die Hälfte der Stände gesehen haben. Unsere beiden Errungenschaften: ein Stift und ein leerer Reissack. Können wir beides gut gebrauchen.

Touri-Modus am Black Market
Haushaltsabteilung
Abteilung für Kleidung
Abteilung für (Lenin-) Büsten

***

Aber so interessant Ulaanbaatar auch ist, die meisten Reisenden kommen nicht unbedingt wegen der Hauptstadt in die Mongolei. Und so verschlägt es auch uns bald in die weiten Steppen des Landes, wo wir versuchen werden, nicht vom Pferd zu fallen. Ob uns das gelingt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code